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Kirchenbuchportal - Visitenkarte eines beteiligten Archivs

Bischöfliches Zentralarchiv Regensburg

Bischöfliches Zentralarchiv RegensburgBischöfliches Zentralarchiv Regensburg
St. Petersweg 11-13
93047 Regensburg

Postfach 11 02 28
93015 Regensburg

Telefon: 09 41 / 597 – 25 20
Telefax: 09 41 / 597 – 25 21

E-Mail: archiv@bistum-regensburg.de
Internet: www.bistum-regensburg.de (unter „Bistum“ und „Einrichtungen“)

Öffnungszeiten
Montag, Dienstag, Mittwoch 9.00 bis 12.00 und 13.00 bis 17.00
Donnerstag 9.00 bis 18.00

Das Archiv ist in der Karwoche, in der letzten Juliwoche sowie vom 24. Dezember bis 6. Januar geschlossen. Außerdem sind weitere Schließtage (z.B. Betriebsausflug) möglich. Anmeldung (telefonisch, schriftlich, E-Mail) ist für Familienforschung grundsätzlich erforderlich und wird für alle Besucher dringend empfohlen.

Geschichte des Archivs:
Nach seiner Gründung im Jahre 739 war das Bistum Regensburg lange in Personalunion mit dem Kloster St. Emmeram verbunden und hatte mit diesem gemeinsam ein Archiv. Als St. Emmeram 975 einen eigenen Abt erhielt, blieben die Urkunden und Traditionsbücher des Hochstiftes im Archiv des Klosters. Erst danach ist die Entstehung eines eigenen Bistums- bzw. Hochstiftsarchivs anzusetzen. Die frühesten Nachrichten über eine Ordnung der Bestände liegen jedoch erst aus den Jahren 1615/16 vor. Danach wurden, mit einer langen Unterbrechung 1643-1685, hauptamtliche Registratoren angestellt, zu deren Aufgaben es gehörte, das Archiv in Ordnung zu halten. 1757 entschloß sich die Bistumsleitung zur Aufstellung eines eigenen Archivars zur Betreuung der Altbestände. Eine systematische Ordnung unternahm freilich erst 1780-1787 der frühere Registrator und nunmehrige Konsistorialsekretär Josef Heckenstaller. Wegen des Intermezzos des Dalbergschen Fürstentums Regensburg fiel die Stadt erst 1810 der Säkularisation anheim, was bewirkte, daß der Kirche wesentlich mehr Archivalien verblieben als im übrigen Bayern, wo die Säkularisation bereits 1803 durchgeführt worden war. Bevorzugt zog das damalige Landes- bzw. ab 1812 Allgemeine Reichsarchiv (heute Hauptstaatsarchiv) in München solches Schriftgut ein, das als besonders wertvoll eingeschätzt wurde, also vor allem Urkunden. Archivalien geistlichen Betreffs wurden dem Bistum eher belassen als solche, die die weltliche Herrschaft des Bischofs, also das Hochstift, tangierten. In der Folgezeit zwang Raumnot immer wieder zu Umlagerungen der verbliebenen Bestände, wodurch die Ordnung weitgehend verloren ging, Zusammenhänge zerstört wurden und Verluste an Archivalien entstanden. Die auf der Diözesansynode 1928 von P. Wilhelm Fink OSB aus Metten erhobene Forderung nach Errichtung eines auch für die historische Forschung zugänglichen Diözesanarchivs konnte erst durch den 1971 abgeschlossenen Umbau des ehemaligen Knabenseminars Obermünster zum heutigen Bischöflichen Zentralarchiv zufriedenstellend verwirklicht werden.

Aufgaben und Zuständigkeit:
Das Bischöfliche Zentralarchiv Regensburg ist eine kirchliche Behörde, die gemäß Canon 486 § 2 des Kirchenrechts (Codex iuris canonici) im Bistum eingerichtet ist. Es erfüllt seine Aufgaben aufgrund der 1988 im Amtsblatt veröffentlichten Anordnung über die Sicherung und Nutzung der Archive der Katholischen Kirche. Das Archiv des Bistums soll das Wirken der katholischen Ortskirche von Regensburg dokumentieren. Es dient der Verwaltung der Kirche, der Wahrung von kirchlichen Rechten sowie der Erforschung der Geschichte des Bistums und von einzelnen kirchlichen Institutionen in diesem. Es berücksichtigt bei seiner Arbeit in großem Umfang auch allgemeine und private Interessen, etwa bei der Heimat- oder der Familienforschung. Zuständig ist das Archiv des Bistums für die Sicherung des amtlichen Schrift- und Dokumentationsgutes aller Dienststellen und Einrichtungen des Bischöflichen Ordinariates und des Domkapitels sowie für die Aufsicht über die Pfarrarchive und die sonstigen der Leitung oder Aufsicht des Diözesanbischofs unterstehenden Archive. Hierzu gehören neben Urkunden, Akten, Amtsbüchern, Einzelschriftstücken und Karteien u. a. auch Dateien, Karten, Pläne, Zeichnungen, Plakate, Münzen, Medaillen, Siegel, Siegelstempel, Druckschriften, Bild-, Film- und Tondokumente sowie sonstige Informationsträger und Hilfsmittel zu ihrer Benutzung. Das Archiv sammelt und bewahrt auch Schrift- und sonstiges Dokumentationsgut fremder Herkunft, so weit es für die Geschichte des Bistums, die allgemeine kirchengeschichtliche Forschung oder für genealogische Recherchen von Bedeutung ist.

Benutzung:
Eine Nutzung der Archivbestände ist für Personen über 18 Jahre bei berechtigtem Interesse u. a. zu genealogischen, heimatkundlichen, wissenschaftlichen und rechtlichen Zwecken unter Beachtung der Benutzungsordnung möglich. Dazu ist ein Antrag auf Benutzung zu stellen (ein entsprechendes Formular wird dem Benutzer unmittelbar vor dem Beginn der Benutzung zusammen mit der Benutzungsordnung vorgelegt), in dem Zweck und Gegenstand der Forschung sowie ein eventueller Auftraggeber anzugeben sind. Eine Voranmeldung empfiehlt sich bei wissenschaftlicher Forschung, weil die Bereitstellung der Unterlagen hierzu u. U. einige Zeit erfordert und nachmittags grundsätzlich keine Aushebungen aus Magazinbeständen mehr vorgenommen werden. Eine vorherige schriftliche Anfrage mit Erläuterung der Fragestellung ist vor allem bei weiterer Anreise ratsam, um abzuklären, welche Bestände des BZA für eine Forschung in Frage kommen.

Familienforscher sollten ebenfalls bei Unsicherheiten bei der Zuordnung von Orten zu bestimmten Pfarreien vorher schriftlich oder telefonisch nachfragen. Gleiches gilt für die Laufzeiten der einzelnen Kirchenbuchbände. Dies gilt vor allem für die Ostkirchenbücher (siehe bei Wichtigste Bestände). Bei persönlicher Familienforschung im Haus ist eine rechtzeitige Anmeldung erforderlich.

Den Benutzern stehen 14 Arbeitsplätze mit 12 Mikrofiche-Lesegeräten zur Verfügung, welches Angebot notfalls durch Plätze und Lesegeräte in der angeschlossenen Bischöflichen Zentralbibliothek erweitert werden kann. Findmittel sind größtenteils vorhanden, ebenso einschlägige Literatur und die nötigen technischen Hilfsmittel (Quarzlampe, Reader-Printer).

Xerokopien von Archivalien werden nur angefertigt, wenn nachweisbar triftige Gründe dafür vorliegen. Bestimmte in der Kopier-Ordnung des Archivs aufgeführte Archivalien sind völlig von einer Ablichtung ausgeschlossen. Die Herstellung von Fotos ist nur durch die hauseigene Fotostelle möglich.

Parkmöglichkeiten bestehen im Hof vor dem Archiv (Parkgebühr € 5.- pro Tag) sowie u. a. im Parkhaus am St. Petersweg (neben dem Archiv). Das Haus ist durch verschiedene Buslinien erreichbar (nächste Haltestellen: Ernst-Reuter-Platz, Albertstraße, Hauptbahnhof, Königstraße, Neupfarrplatz). Vom Hauptbahnhof aus ist das Archiv am besten zu Fuß zu erreichen (geradeaus Richtung Innenstadt, an der Kreuzung Ernst-Reuter-Platz vor dem Parkhotel Maximilian nach links in den St. Petersweg, diesem entlang des fürstlichen Parks folgend bis zum Archivgebäude).

Neben der persönlichen Benutzung des Archivs ist auch eine indirekte durch schriftliche Anfragen möglich. Für Benutzung, die privaten, namentlich genealogischen, rechtlichen, finanziellen und wirtschaftlichen Interessen dient, werden Gebühren nach der aktuellen Gebührenordnung erhoben, wobei vor allem die Arbeitszeit der Archivare bei schriftlichen Anfragen ins Gewicht fällt. Telefonisch können allenfalls Kurzinformationen, für die keine Recherchen nötig sind, auf keinen Fall jedoch gebührenpflichtige Auskünfte erteilt werden.

Wichtigste Bestände:
Zu den Kernbeständen des Bischöflichen Zentralarchivs gehört neben dem Archiv des Ordinariats bzw. des ehemaligen Bischöflichen Konsistoriums, welches im Wesentlichen bis ins 15. Jahrhundert zurückreicht, das des Domkapitels, das noch mehr unter der Säkularisation gelitten hatte als das erstere und das heute infolge eines unterschiedlichen Schicksals in zwei Teile (Altes Domkapitelsches Archiv = ADK und Bischöflich Domkapitelsches Archiv = BDK) zerfällt, wobei für einen (ADK) der Staat ein Miteigentum beansprucht. Der nach enormen Verlusten im vorigen Jahrhundert noch vorhandene Urkundenbestand des Domkapitelschen Archivs setzt im 13. Jahrhundert ein. Daneben sind in erster Linie die Archive der nicht säkularisierten Stifte bzw. Klöster Regensburgs Alte Kapelle, St. Johann, St. Jakob und St. Klara mit ihren reichen Urkundenbeständen zu erwähnen. Eine Urkunde der Alten Kapelle von 1135/38 ist das älteste Archivale im gesamten Archiv.

Vor allem von zahlreichen Familienforschern benützt wird die Sammlung von Matrikeln von über 500 Seelsorgestellen des Bistums, zusammen über 6600 Bände. Von den früher im Bischöflichen Zentralarchiv deponierten 3469 Bänden katholischer Kirchenbücher aus ehemals zum Deutschen Reich gehörenden Ostgebieten, insbesondere aus Ost- und Westpreußen, sowie aus einzelnen deutschen Siedlungsgebieten in Ost- und Südosteuropa, sind diejenigen aus Pfarreien, die heute auf polnischem Staatsgebiet liegen, 2002 in die zuständigen Diözesanarchive in Polen verbracht worden. Sie können in Regensburg jedoch weiterhin wie alle anderen Pfarrmatrikeln in Form von Mikrofiches eingesehen werden. Im Original verblieben hier lediglich 97 Bände Ostkirchenbücher (nördliches Ostpreußen, heute Oblast Kaliningrad). Aus Schlesien liegen dem BZAR nur einige wenige Einzelbände vor, sowie einige Mikrofilme aus der ehemaligen Grafschaft Glatz. Für Schlesien können daher fast nur allgemeine Auskünfte über Pfarrzugehörigkeiten, Archivadressen etc. erteilt werden.

Aus den heute bestehenden ca. 700 Seelsorgestellen des Bistums wurden außer den Pfarrmatrikeln bereits 197 Pfarrarchive vollständig übernommen, von denen ca. 100 schon erschlossen sind. 

Von den Archiven von Vereinen und Verbänden bzw. von Betrieben sind folgende hervorzuheben, weil sie in einem Diözesanarchiv nicht zu erwarten sind: Archiv der Zentrale des Cartellverbandes der katholischen deutschen Studentenverbindungen (CV); Archiv der Gemeinschaft katholischer Studierender und Akademiker (Christophorus); Archiv des Generalsekretariats des katholischen Burschenvereins für Bayern; Archiv des Regensburger Liederkranzes (Teilbestand; restlicher Teil im Stadtarchiv Regensburg); Archiv des Musikvereins Regensburg; Archiv des Verlages Schnell & Steiner (Regensburg, früher München–Zürich).

Unter den insgesamt 168 im Archiv verwahrten Nachlässen (davon 44 verzeichnet) sind am bedeutendsten die der Bischöfe Johann Michael Sailer (1751-1832), Ignatius von Senestréy (1818-1906), Antonius von Henle (1851-1927), Michael Buchberger (1874-1961) und Dr. Rudolf Graber (1903-1992) sowie der des von den Nationalsozialisten 1945 hingerichteten Dompredigers Dr. Johann Maier.

Von den Sammlungen seien die Collectio imaginum, eine kurz vor 1800 vom Bischöfl. Konsistorialsekretär Andreas Mayer angelegte Sammlung von Kupferstichen und die Sammlung Hartig (Stiche, Fotos und andere bildlichen Darstellungen, besonders für Kunsthistoriker und Volkskundler wertvoll) hervorgehoben. Daneben sammelt das Archiv auch sonst alles, was archivwürdig ist, z. B. Ansichtskarten, Baupläne oder Siegelstempel.

Insgesamt verwahrt das Bischöfliche Zentralarchiv über 4.000 laufende Meter an Akten, ca. 600 laufende Meter an Bänden sowie annähernd 20.000 Urkunden.

Weiterführende Veröffentlichungen über das Archiv:

  • Führer durch die Bistumsarchive der Katholischen Kirche in Deutschland, 2. Auflage, Siegburg 1991, S. 163-171.

Veröffentlichungen des Archivs:

  • Bischöfliches Zentralarchiv und Bischöfliche Zentralbibliothek Regensburg - Kataloge und Schriften, hg. von Paul Mai (seit 1987, bisher 25 Bände). 
  • Pfarrbücherverzeichnis für das Bistum Regensburg, bearb. vom Bischöflichen Zentralarchiv Regensburg, Regensburg 1985 (= Pfarrbücherverzeichnisse, hg. von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche und den Katholischen Bistümern in Bayern, Bd. 1).

Dem Archiv obliegt die Schriftleitung der Beiträge zur Geschichte des Bistums Regensburg (42 Bände 1967 ff., 18 Beibände 1981 ff.).