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Kirchenbuchportal - Visitenkarte eines beteiligten Archivs

Zentralarchiv Ev. Kirche A.B. in Rumänien (Sibiu/Hermannstadt)

Casa Teutsch HausZentralarchiv der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien
Str. Mitropoliei Nr. 30
RO 550179 Sibiu / Hermannstadt
(Nähe Astra-Park und Astra-Stadt-/Kreisbibliothek)

Tel. 0040/ 269/ 206 730
Fax 0040/ 269/ 206 730

E-Mail: casa.teutsch@gmail.com
Internet: www.teutsch.ro

Ansprechpartner:
Pf. Andrei Bandi, wiss. Archivarin Monica Vlaicu; Archivarin Monica Rus, Bibliothekar Pf. i.R. Wolfgang Rehner
Leiter: Dr. Wolfram G. Theilemann

Öffnungszeiten:
Montag und Mittwoch durchgehend von 9.00 bis 17.00
Dienstag und Donnerstag durchgehend von 9.00 bis 15.00 Uhr
Freitags geschlossen (Ausnahmen n.V.)

7 Arbeitsplätze, 1 Mikrofilm-Lesegeräte, 1 Benutzer-Online-PC, WLAN-Hotspot im Haus
Im Lesesaal stehen als Präsenzbibliothek Literatur und wichtige Hilfsmittel mit der Freihand-Dienstbibliothek bereit: Lexika, Standardwerke für die Kirchenregion und Nachschlagewerke.

Zur Überlieferungslage und Situation der Kirchenbücher:
Die Überlieferung ist kompliziert und geographisch wie institutionell zerrissen.
• Bis 1939 war die Überlieferung historisch bruchlos und vergleichsweise intakt in allen Gemeinden auf dem großrumänischen Territorium (vgl. Arz, G., Matrikel, 1939).
• 1940 erfolgten gemäß einem Abkommen zwischen Reich und Großrumänien gelegentlich der ‚Heim-ins-Reich’-Aktion Abgaben der Kirchenbücher aus Bessarabien, Südbukowina und der Dobrudscha an Reichsstellen. Die Originale sind aber kriegsbedingt großenteils verschollen. Reste befinden sich in Deutschland bei kirchlichen Archiven und Heimatsortsgemeinschaften/Heimathäusern mit eigenen Sammlungen. Ein Verbleib in ukrainischen oder moldawischen Staatsarchiven wurde bisher nicht eruiert, Duplikate aus der Bukowina liegen beim EOK Wien. Wir haben darüber keine systematische Evidenz. Noch in der Kriegszeit wurden von einzelnen Originalen Verfilmungen seitens der Volksdeutsche Mittelstelle gemacht, die über die Reichsstelle für Sippenforschung ins heutige Staatsarchiv II in Leipzig gelangten. Davon konnten die Mormonen zur Zeit der DDR Filmkopien herstellen.
• In Südsiebenbürgen wurden 1943/1944 ebenfalls über die Volksdeutsche Mittelstelle Verfilmungen durchgeführt, die über die Reichsstelle für Sippenforschung ins heutige Staatsarchiv II in Leipzig gelangten. Auch davon machten die Mormonen vor 1990 komplette Filmkopien, die heute in Utah zugänglich sind.
• Im Gefolge des Rückzuges der Wehrmacht aus Rumänien und (Ungarisch-) Nordsiebenbürgen wurden 1944 aus zahlreichen nord- und mittelsiebenbürgischen Gemeinden Originale mitgenommen, die zunächst überwiegend in Österreich blieben. Im Verlauf der 1950er Jahre wurden die bis dahin vom EOK Wien zusammengeführten Originale an zwei EKD-Landeskirchen bzw. deren Archive (Nürnberg, Bielefeld) übergeben. Dort konnten diese vor 1990 von den Mormonen verfilmt werden, so dass auch diese in Utah zugänglich sind. Gemäß einer Vereinbarung mit dem Siebenbürgen-Institut Gundelsheim/N. gaben dann um 1997 beide Landeskirchliche Archive alle originalen Kirchenmatrikel an das Institut ab.
• 1950 wurden alle Personenstandsunterlagen bis zur Einführung der Zivilstandsgesetzgebung 1895 im damaligen Ungarn vom rumänischen Staat angefordert. Aufgrund verschiedenartiger Bandführung und Laufzeiten wurden dabei auch jüngere Matrikel übernommen und in den zuständigen Rathäusern aufbewahrt. Die Matrikel des 17.-19. Jh. kamen später, wenngleich nicht vollständig, an die regional zuständigen Staatsarchive, wo sie heute aufbewahrt werden und zugänglich sind.
• Nach 1982, zumal 1990 wurde die Lage angesichts der Massenauswanderung noch unübersichtlicher. Die Originalmatrikel aus den ‚auswandernden’ Gemeinden wurden entweder regulär an die zuständigen Kirchenbezirke, an Beauftragte der Landeskirche – sofern älter als ca. 1850 – oder an zuständige, aber ortsferne Pfarrer abgegeben. In zahlreichen Fällen blieben sie noch bei KuratorInnen am Ort. Mancherorts wird daher durch den Kurator der Restgemeinde in Ermangelung eines Pfarrers geurkundet. In Einzelfällen sind Matrikel ‚privatisiert’ worden und noch nicht wieder aufgetaucht.
• Seit 2001 hat das ZAEKR alle bis dato zentral abgegeben Originale und Duplikate an sich gezogen sowie versucht, die Kirchenbezirke zur Abgabe der nicht mehr laufend genutzten Originale sowie älterer Duplikate zu bewegen. Dies ist aber bisher nur in einem Fall geschehen. Analoges gilt für die seither übernommenen Gemeindearchive.
• Es besteht keine Abgabepflicht. Ein kirchliches Archivgesetz liegt in mehreren Entwürfen seit 2003 vor, wurde aber nicht beschlossen.

Kirchenbücher heute im ZAEKR Sibiu/Hermannstadt
• Im Ergebnis hat heute (Stand Anfang 2008) die Kirchenbuchsammlung in Sibiu/Hermannstadt 1.255 Signaturen, wovon über 60 % Personendaten mit Laufzeit vor 1918 enthalten. Diese sind landläufig unter Beachtung einer 90 Jahre-Frist frei zugänglich. Aufgrund von Partnerschaftsabkommen hat allerdings die Kirchenleitung den Heimatortsgemeinschaften e.V. in Deutschland/Österreich den unbefristeten Zugang und die Genehmigung zu Komplettkopien bzw. benutzerseitiger Digitalisierung erteilt.
• Es handelt sich um etwa ebenso viele Originale wie offizielle Duplikate, die von den Gemeinden seit 1836 an die vorgesetzten Behörden einzureichen waren. Sie sind Deposita der Gemeinden oder Kirchenbezirke. Die Sammlung ist bis zum Akzessionsstand November 2008 erschlossen (MsExcel).
• Mikroverfilmung: Das ZAEKR hat bisher selbst keinerlei Sicherungsfilme oder Digitalisate von Kirchenbüchern seiner Sammlung anfertigen können. Ebenso hat die Landeskirche bisher weder entfremdete Originale zurückerhalten, noch Diazo-Kopien im Ausland aufbewahrter Original- oder Filmbestände (Gundelsheim/N., Leipzig) hiesigen Gemeinden gehörender Kirchenbücher erhalten.

Findmittel zur Kirchenbuchsammlung Best. 602 (Link: http://evang.ro/teutsch-haus/archiv.html)